Der Rückruf ist das wichtigste Signal überhaupt: Er schenkt deinem Hund Freiheit und dir Sicherheit. Und er ist reine Trainingsfrage — mit dem richtigen Aufbau kommt fast jeder Hund zuverlässig zurück.
Wähle ein Signal — ein Wort wie „Hier!" oder eine Pfeife — und verknüpfe es zunächst nur mit Großartigem: Signal, dann sofort ein besonders gutes Leckerli, noch bevor dein Hund überhaupt etwas leisten muss. Er soll bei deinem Rückruf denselben Reflex bekommen wie du beim Geruch von frischem Kaffee.
Beginne in der Wohnung, dann im Garten, dann auf ruhigen Wiesen. Erst wenn der Rückruf dort sicher sitzt, kommen Ablenkungen dazu: andere Menschen, Gerüche, später andere Hunde. Wer zu schnell steigert, trainiert dem Hund das Ignorieren an.
In der Übergangsphase ist eine Schleppleine (am Geschirr, nie am Halsband!) Gold wert: Dein Hund hat Radius, kann aber keine Erfolgserlebnisse im Ignorieren sammeln. So verhinderst du, dass sich Weglaufen jemals lohnt.
Kommen muss sich lohnen, und zwar immer. Nutze Jackpot-Belohnungen: mehrere Leckerli nacheinander, das Lieblingsspielzeug, gemeinsames Rennen. Und ganz wichtig: Rückruf heißt nicht automatisch „Spaß vorbei". Rufe deinen Hund im Alltag oft zu dir, belohne ihn — und schicke ihn wieder los.
Erstens: rufen, wenn der Hund gar nicht kommen kann — etwa mitten im Spiel mit dem besten Kumpel. Zweitens: schimpfen, wenn er endlich kommt — damit bestrafst du das Kommen, nicht das Weglaufen. Drittens: das Signal „verbrennen", indem du es zigmal erfolglos wiederholst. Lieber einmal rufen und dem Hund helfen, es richtig zu machen.
Der Sprung von der ruhigen Wiese in den echten Alltag ist der schwerste Teil. Genau dafür gibt es unser Umwelttraining in verschiedenen Umgebungen — oder das Einzeltraining, wenn ihr gezielt an eurem Rückruf arbeiten wollt. Beides in Lochau bei Bregenz und Dornbirn.